| Satzung -> Ziele & Struktur
Ziele
Im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg e.V. (LHK) haben sich auf Landesebene die in der Höhlen- und Karstforschung tätigen Vereinigungen zusammengeschlossen, um die Höhlen- und Karstforschung in Verbindung mit dem Natur- und Umweltschutz zu fördern und zu beraten und ihre gemeinsamen Belange in der Öffentlichkeit zu vertreten. Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung soll ein Ansprechpartner für Behörden und Institutionen sein.
Struktur
Bereits 1955 wurde der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher gegründet, eine weitere Untergliederung erfolgte jedoch nicht. Die Bundesrepublik ist ein föderativer Staat, in dem die Bundesländer bei Fragen landesweiter Bedeutung selbständig sind, so auch in der Gesetzgebung für die Bereiche Umwelt-, Natur- und Denkmalschutz. Dies ist insbesondere für die Höhlen- und Karstforschung von Belang. In Baden-Württemberg sind etwa 40% der Landesfläche verkarstet, 3.200 Höhlen sind bekannt, darunter eine der längsten Deutschlands. Zunehmend wird erkannt, dass bei der Betrachtung verkarsteter Landschaften die Oberfläche nur die eine Hälfte der Landschaft zeigt. Die Höhlen sind in vielen Dingen wichtiger als bisher angenommen wurde. Höhlen sind Wasserwege und geologische Aufschlüsse. Aus Erkenntnissen, die aus der Gestalt (Morphologie) von Höhlen gewonnen werden, können Rückschlüsse auf den Werdegang der oberirdischen Landschaft gezogen werden. Höhlen sind archäologische und paläontologische Fundplätze sowie Lebensräume für bedrohte Tierarten. Unter Natur- und Umweltschutz muss daher in verkarsteten Landschaften auch Höhlenschutz verstanden werden.
Die Entdeckung ungeahnt vielfältiger Hohlräume im Erdinneren ist ein Bereich, in dem sich Sport und Wissenschaft vermischen. Der LHK versteht sich jedoch ausdrücklich nicht als Verband der Höhlengeher oder Höhlentouristen, deren Interesse sich im bloßen "Erleben" einer Höhle erschöpft. Er ist vielmehr ein Zusammenschluss von Vereinigungen, deren Ziel das Dokumentieren von Höhlen und Karsterscheinungen und das Gewinnen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ist. Nachdem Höhlenforschung in Deutschland nur eine Freizeitbeschäftigung sein kann, ist im Landesverband sämtliche, teils in jahrzehntelanger Arbeit erworbene Kompetenz in Sachen Höhlenforschung zusammengefasst. Der LHK ist als gemeinnützig anerkannt.
Mitglied im Landesverband sind zurzeit 23 höhlenkundliche Vereinigungen mit etwa 1000 Mitgliedern. Diese entsenden ihre Delegierten in die jährliche Mitgliederversammlung, deren Hauptaufgabe die Festlegung von Leitlinien (Satzung, Ethik), die Wahl des Vorstands und der Referenten sowie die Entscheidung über Anträge ist. Die Stimmenzahl des Delegierten in der Mitgliederversammlung errechnet sich nach der Mitgliederzahl der Vereinigung, die er vertritt. Eine Mitgliedschaft von Einzelpersonen ist nicht möglich.
Der Vorstand des LHK besteht aus einem Vorsitzenden, einem Geschäftsführer, der gleichzeitig Vertreter des Vorsitzenden ist, einem stellvertretenden Geschäftsführer sowie einem Kassier und dessen Stellvertreter. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Zusätzlich kann die Mitgliederversammlung Referenten zur Unterstützung des Vorstands ebenfalls auf zwei Jahre wählen. Derzeit gibt es drei Referate im Landesverband: Höhlenschutz, Fledermausschutz und Jugendarbeit. Bei Bedarf kann der Vorstand Beauftragte für bestimmte Themengebiete bzw. Sonderprojekte (z.B. für die Organisation von Veranstaltungen) benennen.
Vorstand und Referenten treffen sich zu regelmäßigen Sitzungen, um aktuelle Probleme zu besprechen. An diesen Vorstandssitzungen können auch interessierte Mitglieder teilnehmen.
Zur Information seiner Mitglieder gibt der LHK in unregelmäßigen Abständen Mitteilungsblätter mit Terminen und Berichten heraus.
Jugendarbeit
So wie der Landesverband die wichtigen Themenbereiche Höhlenschutz und Fledermausschutz durch Referenten vertreten lässt, ist auch das Referat Jugendarbeit als wichtige Zukunftsinvestition zu sehen. Die dem LHK angeschlossenen Vereine werden zu kontinuierlicher Jugendarbeit aufgefordert, um dem Aufschwung des kommerziellen Höhlen-(= Abenteuer-) Tourismus entgegenzuwirken.
|